Wenn aus Praktika Zukunftschancen werden
Das Berufsbildungswerk Südhessen (bbw) und die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) vertiefen ihre erfolgreiche Kooperation für IT-Nachwuchskräfte. Nicht nur lernen, sondern echte Projekte mitentwickeln: Für Auszubildende des bbw wird genau das durch die Zusammenarbeit mit der THM möglich. Durch den unterzeichneten Kooperationsvertrag untermauern beide Institutionen ihre Bildungspartnerschaft, die Theorie und Praxis auf besondere Weise zusammenführt.
(Karben, 09.07.2026) Im Mittelpunkt der Kooperation stehen ausbildungsbegleitende Praktika für Auszubildende des bbw aus dem Bereich Fachinformatik Anwendungsentwicklung. An der THM erhalten sie die Möglichkeit, ihr Wissen nicht nur theoretisch zu vertiefen, sondern in realen Entwicklungsprojekten anzuwenden – unter Bedingungen, wie sie später auch im Berufsalltag auf sie warten. Die Zusammenarbeit ist von einem engen und regelmäßigen Austausch zwischen beiden Partnern geprägt. Auf Seiten des Berufsbildungswerks Südhessen ist Kathrin Kuhn (2.v.r.), Kundenbetreuerin Kooperationen, die zentrale Ansprechpartnerin. Auf Seiten der THM wurde die Kooperation insbesondere von Jakob Czekansky (Mitte) initiiert, während Justin Sauer (1.v.r.) die fachliche Betreuung der Auszubildenden im Alltag maßgeblich mitgetragen hat. Der Startschuss für die Zusammenarbeit fiel im Frühjahr 2024. Aus einer ersten erfolgreichen Praxiserfahrung entwickelte sich schnell eine kontinuierliche Partnerschaft, die inzwischen bereits 13 Auszubildenden des bbw einen Praxiseinsatz an der Hochschule ermöglicht hat.
Die Praktika erstrecken sich je nach Projekt über mehrere Monate bis hin zu einem Jahr. Drei Tage pro Woche arbeiten die angehenden Fachinformatiker direkt vor Ort mit den Teams der Hochschule zusammen. Dabei geht es nicht um klassisches „Zuschauen“, sondern um echte Mitarbeit in laufenden Entwicklungsprojekten – mit Verantwortung und konkretem Mehrwert für alle Beteiligten.
Im Lehr- und Forschungsprojekt MICRO waren sie in bestehende Arbeitsabläufe eingebunden und haben konkrete Beiträge zur technischen Weiterentwicklung des Projekts geleistet. Durch das Remote Labor können Studierende von überall auf der Welt Zugriff auf Hardwareaufbauten vor Ort im Labor in Gießen erhalten und so die komplexe Softwareentwicklung für Mikrocontrollersysteme erlernen – in der digitalen Welt von morgen wichtiger denn je. „Für unsere Auszubildenden ist diese Kooperation enorm wertvoll, weil sie früh erleben, wie moderne IT-Projekte außerhalb klassischer Ausbildungsstrukturen funktionieren“, sagt Kathrin Kuhn. „Sie sammeln echte Praxiserfahrung, arbeiten in professionellen Teams und gewinnen dadurch Sicherheit für ihren späteren Berufsweg.“
Auch auf Seiten der Hochschule wird die Partnerschaft als echter Gewinn gesehen. „Uns war von Anfang an wichtig, junge Talente nicht nur theoretisch zu fördern, sondern sie aktiv in reale Entwicklungsprozesse einzubinden“, erklärt Jakob Czekansky. „Genau diese Verbindung von Ausbildung, Forschung und praktischer Anwendung macht die Zusammenarbeit so besonders.“
Unterzeichnet wurde der Kooperationsvertrag am 29. Mai von Torsten Denker, Geschäftsführer des Berufsbildungswerks Südhessen, und Prof. Dr. Matthias Willems, Präsident der THM. Mit dem Kooperationsvertrag wollen beide Partner ihre Zusammenarbeit nun weiter ausbauen. Geplant sind weitere Praktika, neue gemeinsame Austauschformate und zusätzliche Projekte, die jungen Menschen den direkten Zugang zu anspruchsvoller beruflicher Praxis ermöglichen.
Die Partnerschaft zeigt eindrucksvoll, wie regionale Zusammenarbeit innovative Bildungswege schaffen kann – und wie aus einem ersten Praktikum eine echte Erfolgsgeschichte für Fachkräfte von morgen entsteht.
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