Der Plan ist aufgegangen

Mit der Verantwortung gewachsen

Portrait der erfolgreichen bbw-Absolventin Daniela Hoos an der Theke im Blumenladen

Im Portrait: bbw-Absolventin Daniela Hoos

Wenn Daniela Hoos Blumen sieht, kommt ihr sofort eine Idee für einen Strauß. Ein Gespür für Form und Farbe hat sie einfach, das Handwerk als Floristin hat sie einst im bbw gelernt. „Das war meine große Chance“, sagt die 40-Jährige im Rückblick.

Daniela Hoos liebt sie alle: Aurora, Paloma, Samba, Tamara, High Society und Venus. Rosen sind einfach ihre Lieblingsblumen, mal abgesehen von allem, was gerade in den Gärten üppig blüht: Hortensien, Clematis, Schneeball. Dass Viburnum der botanische Name für Schneeball ist und er zur Familie der Moschuskrautgewächse gehört, weiß Daniela Hoos auch. Das hat sie vor mehr als 20 Jahren gelernt – als sie im bbw eine Ausbildung zur Floristin machte.

Heute ist Hoos 40 und hat selbst zwei Kinder im Jugendalter. Deshalb denkt sie oft an die Zeit zurück, als sie zunächst für eine Berufsfindung ins bbw gekommen ist und sich dann für den Floristik-Beruf entschieden hat. Der Sohn macht gerade seine Ausbildung zum Gas-Wasser-Installateur, die Tochter ist jetzt 15 Jahre alt. „Ein schwieriges Alter“, sagt Daniela Hoos: „Für mich war das bbw damals die große Chance, das weiß ich im Rückblick.“ Als Jugendliche wollte Hoos mit dem Kopf durch die Wand, sie ist oft angeeckt. Ein Sturkopf ist sie nach eigenen Worten heute noch, was ihr Chef lachend bezeugt: „Von Dani kommt keine Antwort, die nicht mit einem ABER beginnt!“

Vertrauen kennengelernt

Doch im bbw ist Hoos ruhiger geworden und besonnener. „Das hat viel damit zu tun, dass ich dort Vertrauen kennengelernt habe“, erklärt sie. „Meine Ausbilderin hat uns Azubis immer wieder Aufgaben gegeben, die wir alleine erledigen mussten, weil sie Termine hatte. Sie hat uns vertraut, dass wir das machen und dass wir das schaffen. Das war für mich nach der Schulzeit eine total neue Erfahrung.“

Umgekehrt haben Hoos und die anderen Azubis erlebt, dass sie sich auf die Menschen im bbw verlassen konnten. Lehrkräfte und Ausbilder/innen haben die Teilnehmer/innen durch die Ausbildung begleitet und intensiv auf alle Prüfungen vorbereitet. „Dass meine Ausbilderin so hinter uns gestanden hat, hat mir viel gebracht“, so Hoos.

Die praktische Ausbildung verlief damals noch komplett in den Ausbildungs-bereichen des bbw – anders als heute, wo externe Betriebspraktika dazugehören und die Azubis der „Grünen Berufe“ auch im Blumenlädchen auf dem bbw-Gelände mit Kunden in Kontakt kommen und durchaus mal Zeitdruck erleben. „Ich finde das wichtig“, sagt Hoos: „Es ist zwar gut, beim Lernen Zeit zu haben, um besondere Ideen für Blumensträuße und Gestecke zu entwickeln. Aber im echten Leben läuft es anders: Da muss es oft schnell gehen und darf nicht viel kosten.“

Hoos hat schon während der bbw-Zeit immer mal wieder im Blumenladen einer Freundin ausgeholfen. 1998 machte sie den Abschluss und fing direkt in einem der Geschäfte der Familie Blum an. Ihr früherer Chef ist der Großvater ihres heutigen Chefs, dazwischen lag allerdings eine lange Kinderpause. Vor vier Jahren ist Hoos wieder richtig eingestiegen, derzeit ist sie in der Blume 2000 in Hanau im Einsatz.

Eine reiche Auswahl an Blumen gibt es dort, im Bund, als Einzelstiel, dazu so genanntes Beiwerk wie Zweige und Grün, außerdem Töpfe und Deko-Gegenstände. Gebundene Sträuße sind eher selten gefragt, Hochzeits- und Trauerfloristik werden nicht angeboten. Daniela Hoos findet das zwar schade, denn Binden macht ihr am meisten Spaß: „Das ist kreativ, dabei kann ich mich entfalten!“ Aber alles andere kann und macht sie auch. Lieferungen annehmen zum Beispiel, Rücksendungen an die Zentrale fertig machen sowie allerlei Papierkram hinten im Büro. Chef Sebastian Blum weiß Hoos´ Engagement und ihre Verlässlichkeit zu schätzen. Ende des Jahres, so ist sein Plan, soll sie die Leitung einer weiteren Filiale übernehmen.

Texterstellung Frühjahr 2018: Eva Keller

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