bbw-Absolvent Hauswirtschaft

Geschätzter Experte für Kalte Küche

Portrait des erfolgreichen bbw-Absolventen Dennis Günther in einer Küche.

Ob Wurstplatte oder Salat: Wenn Dennis Günther für die Kalte Küche im Reha-Zentrum Bad Homburg in der Klinik Wingertsberg zuständig ist, macht er das gewissenhaft. „Frische Salate für unsere Patienten zum Abendbrot anzurichten, das macht mir Freude“, sagt der 24-Jährige Kochgehilfe. Das Können dazu hat er, lobt sein Chef, und die sozialen Kompetenzen, ohne die in der Großküche nichts geht, ebenfalls. Gelernt hat das der junge Mann im bbw Südhessen. „Hier bin ich echt gut vorbereitet worden“, sagt er rückblickend.

Das Kochen liegt der Familie des jungen Frankfurters quasi im Blut. Dennis Günthers Bruder ist Koch und besitzt sogar ein eigenes Restaurant. „Früher habe ich hier immer wieder gern ausgeholfen“, erzählt Dennis Günther. Da liegt es nah, dass der junge Mann nach seinem Hauptschulabschluss auch selbst mit dem Gedanken spielt,  diesen Beruf zu ergreifen. „Sicher war ich aber nicht“, gibt er zu. Also absolviert Dennis Günther, der unter ADHS und einer Lernschwäche leidet, auf Empfehlung der Arbeitsagentur zunächst eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme im bbw Südhessen. Hier entdeckt der damals 17-Jährige auch, dass er neben dem Kochen gerne putzt. Dennis Günther entscheidet sich daher schließlich für die Ausbildung zum Hauswirtschaftshelfer.

„Denn in diesem Beruf ist alles drin“, erklärt er: Haus- und Textilpflege, Küchenarbeit sowie Backen und Kochen. Genau das richtige für Dennis Günther. Die Ausbildung gefällt ihm, besonders im Kuchenbacken entwickelt er eine große Stärke. Am liebsten backt er Schwarzwälder-Kirsch- oder Schokoladentorten. Und seine Torten kommen gut an. Das merkt Dennis Günther während seiner Ausbildung im bbw-Ausbildungscafé an der Nidda. Hier bedient er Kunden – und begeistert so manchen Gast mit seiner Backkunst.

„Ich habe im bbw Südhessen viel gelernt“, sagt Dennis Günther. Und nicht nur Fachliches: „Ich bin hier sicherer und selbstbewusster geworden“, weiß er – aber auch konzentrierter und weniger ungeduldig. Und das ganz ohne medikamentöse Behandlung. Dazu beigetragen haben regelmäßige Entspannungsübungen und ein konsequentes Feinmotoriktraining, das dazu beiträgt die Konzentrationsfähigkeit zu stärken. Besonders wichtig war für ihn aber die sozialpädagogische Begleitung im bbw Südhessen, die ihm im Rahmen von Einzel- und Gruppengesprächen half, Situationen und Probleme besser reflektieren und mit veränderten Verhaltensmustern reagieren zu können.

Schon vor dem Abschluss der Ausbildung findet Dennis Günther über das Jobcenter des bbw Südhessen einen Praktikumsplatz in der Küche des Reha-Zentrums Bad Homburg, die zur Klinik Wingertsberg der Deutschen Rentenversicherung Bund gehört. Die Arbeit gefällt dem angehenden Hauswirtschafter sofort. Dennis Günther führt gewissenhaft alle Aufgaben aus, die ihm übertragen werden – und so kann er direkt nach dem  Abschluss seiner Ausbildung nahtlos in eine feste Beschäftigung wechseln.

Das ist mittlerweile mehr als zwei Jahre her. Dennis Günther ist noch immer rundum zufrieden mit seinem Arbeitsplatz. „Hier ist es vielseitig, mal bin ich für warme Küche, mal für kalte Küche zuständig“, sagt er. Auch der Wechsel zwischen Früh- und Spätdienst hat viele Vorteile, findet Dennis Günther. „Manchmal kann man ausschlafen und manchmal hat man nach Dienstende noch etwas von seinem Tag!“

Und auch sein Chef, Küchenleiter Achim Leidner, ist sehr zufrieden mit seinem engagierten Küchenhelfer. „Er macht seine Arbeit gut“, lobt er und schätzt besonders die Kalte Küche seines Kochgehilfen. Aber in einer großen Küche mit fünf Köchen, zehn Kochgehilfen und drei Auszubildenden zählen noch andere Fähigkeiten: „Dennis Günther ist sehr teamfähig“, zählt der Küchenchef auf, vor allem aber zeigt er Einsatz: „Er springt sofort ein, wenn jemand erkrankt ist.“ Und darauf kommt es in der Großküche nun einmal an, denn nur die gegenseitige Unterstützung im Team sichert den reibungslosen Ablauf – und am Ende eine schmackhafte Verpflegung.  

Texterstellung Mitte 2013: Astrid Jaehn

 

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