Gut organisiert

Das Büro und die Zahlen im Griff – damit die Events laufen

Portrait der erfolgreichen bbw-Absolventin Charlotte Winterstein

Im Portrait: bbw-Absolventin Charlotte Winterstein

Zahlen, Tabellen und jede Menge Organisation: Das ist Charlotte Winterstein Azubi-Alltag als Kauffrau für Büromanagement. Über das bbw hat sie in ihren Traumberuf und zur Firma Satis&Fy gefunden. Und noch mehr, findet sie: „Ich habe im bbw so viel erlebt und gelernt, dass man sagen könnte: Ich bin dort erwachsen geworden.“

Die Türe zu ihrem Büro steht jederzeit offen. Während Charlotte Winterstein konzentriert Rechnungen erfasst oder Excel-Tabellen erstellt, schneien immer wieder Kollegen herein, die Büromaterial oder Unterstützung für die Vorbereitung eines Meetings brauchen. Winterstein gibt Auskunft, hilft und sagt ruhig: „Im Front Office gehört Publikumsverkehr dazu. Mich stört das nicht. Im Gegenteil: Ich bin ein offener Mensch.“

Die 24-Jährige ist, nach einem kleinen Umweg, in ihrem Traumberuf angekommen: Sie lernt Kauffrau für Büromanagement. 2016 hat Winterstein im bbw Südhessen eine VamB-Ausbildung begonnen. VamB steht für: Verzahnte Ausbildung von Berufsbildungswerken mit Betrieben. Bis zu 12 Monate absolvieren die VamB-Azubis im Unternehmen – und während dieser Zeit stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des bbw Südhessen sowohl den Unternehmen als auch den Azubis mit Rat und Tat zur Seite.

Charlotte Winterstein verbringt die Praxisphase bei Satis&Fy, einer Firma für Event-Technik und Event-Architektur in Karben. Jede Woche ist sie an drei Tagen in der Firma, an den beiden anderen Tagen besucht sie die Berufsschule auf dem bbw-Gelände. Ihre direkte Vorgesetzte Sandy Zapf weiß es zu schätzen, dass die für Charlotte Winterstein zuständige Ansprechpartnerin im bbw jederzeit zu erreichen ist. Aktiviert hat sie den direkten Draht bislang aber nicht: „Es läuft alles super. Frau Winterstein ist motiviert, sie arbeitet wunderbar im Team. Und wenn sie Fragen hat, fragt sie. Aus meiner Sicht ist das eine echte Stärke, denn nicht alle jungen Leute trauen sich das.“

An Sicherheit gewonnen

Die größte Herausforderung für Charlotte Winterstein ist es, sich in neue Aufgaben einzuarbeiten, sich schnell einen Überblick zu verschaffen. „Aber ich bin sicherer und schneller geworden – dank der Erfahrungen, die ich in der Berufsschule und in der Ausbildung gesammelt habe“, bilanziert sie selbst.

Als Winterstein 2015 ins bbw kam, hatte sie gerade einen Ausbildung zur Erzieherin abgebrochen. Sie durchlief eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BVB), die sie in ihrem insgeheimen Wunsch bestärkte, Büro-Kauffrau zu werden. „Ich bin einfach ein Mensch, der gut mit Zahlen umgehen kann. Und es macht mir Spaß, Tabellen und Dokumente anzulegen, die die Arbeitsorganisation erleichtern.“

Inzwischen ist Charlotte Winterstein im 2. Lehrjahr und vom Wohndorf auf dem bbw-Gelände in eine Außenwohngruppe umgezogen, wo die Bewohnerinnen und Bewohner ihren Alltag stärker selbst in die Hand nehmen. Noch immer aber trifft sie regelmäßig ihr Reha-Team und bespricht, was gut läuft und welche Hilfe sie noch gebrauchen könnte. So fiel die Entscheidung für den Stütz- und Förderunterricht in Deutsch und für ein Stimmtraining.

Auch wegen der Freizeitangebote kommt Winterstein immer wieder ins bbw: Sie reitet, macht bei der Zumba AG mit und übernimmt einmal pro Woche Dienst in der Teestube. Also: Getränke ausschenken, servieren und vor allem: mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern schwätzen. Einige Freundschaften hat sie so schon geknüpft. Bevor Charlotte Winterstein sich wieder dem Computer zuwendet, stellt sie noch fest: „Ich habe im bbw so viel erlebt und gelernt. Man könnte sagen: Ich bin dort erwachsen geworden.“

Texterstellung Frühjahr 2018: Eva Keller

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