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35 Jahre bbw: Aus Chancen werden Wege

Von 1983 in Richtung Zukunft

Beim Richtfest wurden 235 Rippchen mit Kraut serviert, kurz darauf legte ein kleines Team im bbw mit der Ausbildung von Jugendlichen los. Seit 1983 hat sich viel getan: Inklusion und Zuwanderung bewegen die Gesellschaft, der Arbeitsmarkt verändert sich stetig, das bbw hat neue Geschäftsfelder erschlossen. Eines hat sich nicht verändert: „Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen bei uns im Mittelpunkt“, so Geschäftsführer Torsten Denker.

„Wir waren voller Euphorie“, erinnert sich Raumausstatter-Ausbilder Andreas Jung an die erste Zeit im bbw. Die Werkstätten und Ausbildungsbereiche waren neu und gut ausgestattet, das „Drumherum“ im Aufbau: Wege auf dem acht Hektar großen Gelände führten ins Leere, das Wohndorf war noch nicht bezugsfertig. Zielgruppe waren junge Erwachsene mit einer Lernbehinderung. Sie fachlich gut auszubilden, darum ging es.

Ein Zeitsprung: Azubi Max hat in dieser Woche viel vor. Ausbildung bei seinem externen „VAmB“-Betrieb, Training sozialer Kompetenzen und ein Bewerbungstraining im bbw-Vermittlungscenter. Die Zielgruppen haben sich verändert: Heute arbeiten und leben auch viele junge Menschen mit psychischen Erkrankungen und aus dem Autismus-Spektrum in Karben. Für jeden und jede von ihnen gibt es einen individuellen Förderplan, der die beruflichen und privaten Ziele aufgreift. In Rehateams tauschen sich die pädagogischen und psychologischen Fachkräfte, auch aus der Berufsschule, regelmäßig mit den Ausbilderinnen und Ausbildern aus. 2014 reagierte das bbw mit seinen Jugendhilfe-Wohngruppen der „WeltRäume“ auf die wachsende Zahl an Jugendlichen aus schwierigen familiären Verhältnissen und bietet ihnen seitdem ein Zuhause auf Zeit. Ganz andere Kunden hat die ebenfalls 2014 gegründete neue akademie für berufliche Bildung im Blick: Sie gibt Profiwissen in Form von Workshops und Seminaren an Unternehmen weiter, die Nachwuchs fördern. Unternehmerinnen und Unternehmer sind auch für das bbw-Vermittlungscenter (VC) wichtige Kontakte: Seit 2006 begleitet das VC die Absolventinnen und Absolventen auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt, stets in enger Abstimmung mit der zuständigen Agentur für Arbeit.

Deutlich ist auch: Die Berufsfelder haben sich verändert, sich dem Arbeitsmarkt und dem Fachkräftebedarf angepasst. Ein gutes Beispiel: Im bbw können seit 2017 erstmals auch junge Menschen mit Förderbedarf eine Ausbildung im Pflegebereich absolvieren, dort wird Nachwuchs gesucht. Und ab Sommer 2018 erweitert die Ausbildung zum/zur „Fachinformatiker/-in für Anwendungsentwicklung“ das bbw-Angebot auf 32 Berufe. Das Handwerk erlernt der bbw-Nachwuchs mittlerweile im direkten Kundenkontakt in neun eigenen Ausbildungsbetrieben, die in der Region ihre Serviceleistungen und Produkte anbieten. Oder auch in Partner-Unternehmen, die sich bei einer „Verzahnten Ausbildung mit Berufsbildungswerken“ (VAmB) ihren Nachwuchs heranziehen, eng begleitet vom bbw-Team.

Wie flexibel das Unternehmen mit seinen knapp 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch mehr als 30 Jahre nach seiner Gründung ist, zeigte sich im Jahr 2015: Geflüchteten Menschen bietet das Programm „Orientieren, Qualifizieren, Integrieren“ (OQI) einen fundierten Start in die hiesige Arbeitswelt.

Und was kommt jetzt? „Der Ausbau der Jugendhilfe, die Stärkung des Netzwerks mit Unternehmen, die Profilierung als moderner und sinnstiftender Arbeitgeber in der Wetterau und der Bau einer modernen Ausbildungshalle für die Fachlageristen – das alles sind wichtige Themen, die wir angehen wollen“, sagt der bbw-Geschäftsführer Torsten Denker.

Packen wir‘s an.

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