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Mit Autismus arbeiten

Grafik einer mehrfarbigen Kugel, die wie ein Tropfen auseinanderspritzt.

Projekt „EdA“ zieht erste Bilanz – noch freie Plätze

„Nicht kommunikativ, nicht teamfähig“ – diesen Vorstellungen von Menschen aus dem Autismus-Spektrum begegnet die integrative Heilpädagogin Andrea Grode beim bbw-Projekt „Empowerment durch Arbeit“ (EdA) täglich. Aber sie weiß: Inklusion kann gewinnbringend gelingen – wenn in der Einstiegsphase in den Job beide Seiten gut begleitet werden, das neue Teammitglied und der Arbeitgeber. EdA ist 2016 gestartet, hat jetzt Halbzeit und zeigt erste Erfolge.

Die EdA-Teilnehmer/-innen brauchen Zeit, um sich einzufinden, so Projektleiterin Andrea Grode – die neuen Chefs aber auch. Wenn der Arbeitgeber in der Anfangsphase kompetente und zuverlässige Ansprechpartner hat und er sich seinerseits auf das neue Teammitglied wirklich einlässt, „dann bewegt sich auch etwas bei Aspekten wie ,Kommunikationsfähigkeit‘ und ,Teamfähigkeit‘“, so Grode. Der Job des EdA-Teams nach dem Matching zwischen Projektteilnehmer/-in und neuer Stelle: Es klärt über Autismus auf, hält engen Kontakt zu den Vorgesetzten, hilft ganz praktisch bei einer sinnvollen Arbeitsplatzgestaltung für den/die neue/n Kollegen/in und unterstützt bei Krisen.

EdA wird über einen Zeitraum von drei Jahren durch das hessische Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert und orientiert sich am englischen Vorbild „First place then train“. Die Strategie: die Teilnehmer/-innen zuerst vermitteln und dann im neuen Job fördern. Die EdA-Gruppe im bbw ist heterogen, zu ihr gehören nicht nur Zahlengenies mit Inselbegabung wie in dem bekannten Film „Rain Man“: Von 16 Teilnehmern/-innen platzierte das bbw bereits fünf in Bereichen wie Textilreinigung, Büromanagement oder Holzwerkstatt.

Wenn das gemeinsame Arbeiten gelingt, dann haben die EdA-Kandidaten/-innen an Autonomie und Selbstbestimmung in ihrem Leben gewonnen. Und der neue Arbeitgeber? „Er gewinnt einen absolut zuverlässigen und loyalen Arbeitnehmer“, weiß Andrea Grode.

Aktuell sind noch vier EdA-Plätze zu vergeben. Interessierte Menschen mit Erstwohnsitz in Hessen können sich bei Andrea Grode melden, Tel.: 06039 482 – 259, E-Mail: andrea.grode@bbw-suedhessen.de

 

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