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Vergessene Stühle „charmant“ aufbereitet

Manchmal passt alles zusammen: Idee, Material und Ausführung. Das ist wunderbar – richtig spannend wird es jedoch, wenn Partner gemeinsam erfolgreich sind. Das Berufsbildungswerk Südhessen (bbw) und der Osnabrücker Textilverlag Geos schufen die Voraussetzungen für ein solches Projekt: Junge Frauen aus dem Ausbildungsbereich Raumausstattung des bbw bekamen die Chance, Tradition und Gegenwart handwerklich und künstlerisch zu verbinden. Das Ergebnis ist eine kleine, feine Serie von neu aufgearbeiteten Stühlen – der Polsterbezug geflochten aus Stoffen der farbenstarken Möbelstoffkollektion „Charmant“ von Geos.

Das Berufsbildungswerk Südhessen nahe Frankfurt eröffnet jungen Menschen mit Förderbedarf neue Perspektiven und bildet praxisnah und im direkten Kundenkontakt in über 30 Berufen aus. Raumausstatter-Ausbilder Andreas Jung wurde bei der Lektüre eines Buches über die Bauhaus-Künstlerin Gunta Stölzl auf Stühle mit geflochtenem Bezug in eindrucksvollen Mustern aufmerksam. Parallel ging beim hauseigenen Praxisbetrieb „fair.schönern“ ein Kundenauftrag ein: ein Stuhl sollte in genau jener Technik bespannt werden. In Jungs Ausbildungsteam befinden sich unter anderem sieben junge Frauen im Alter von 16 bis 24 Jahren, die eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme absolvieren. Sie ließen sich von Jungs Interesse für Gunta Stölz inspirieren, verliebten sich in die „charmanten“ Stoffe von Geos und sammelten in ihrer Werkstatt alte Stühle.  Das Osnabrücker Familienunternehmen, seit Jahren Textilien-Lieferant vom Berufsbildungswerk, zeigte sich großzügig bei der Unterstützung des „Stuhl-Projekts“: Geschäftsführerin Katharina Geilfuß und Vertriebsmitarbeiter Jens Schaub machten die Abnahme von kleinen Stoffmengen ausnahmsweise möglich und boten günstige Konditionen an. Angetan begleiteten sie den Fertigungsprozess mit interessierten Besuchen in der Werkstatt.

Die jungen Frauen schliffen die Stühle ab, entfernten Wurmlöcher, spachtelten, leimten und bezogen die Polster. Das Ergebnis sind herrlich bunte, handwerklich hervorragend gearbeitete Stühle. „Der beste Beweis, dass Ergebnisse auf einem hohen Qualitätsniveau auch für junge Menschen mit Förderbedarf möglich sind, sofern die Rahmenbedingungen stimmen“, so Andreas Jung. Sämtliche Stühle waren kurz nach Fertigstellung verkauft

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