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Was kommt nach der Prüfung?

Das Vermittlungscenter unterstützt auch in der Coronazeit

bbw-Azubi im Bewerbungsgespräch mit externem Dienstleister
Arbeitgeberin und Teilnehmer bei den Bewerbertagen (Fotoaufnahme vor der Coronazeit)

Ein neuer Jahrgang verlässt das bbw Südhessen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Endlich geht es hinaus ins Arbeitsleben: Die Absolvent*innen wollen zeigen, was sie im bbw gelernt haben. Die meisten Azubis haben hier ein neues Leben kennen- und schätzen gelernt. Sie haben Selbstbewusstsein getankt – gerade weil Ausbilder*innen, Casemanager*innen und Lehrer*innen gemeinsam an sie glauben. Wie kann jetzt die Vermittlung ins Arbeitsleben auch in Zeiten von Corona gelingen?

Die Absolvent*innen werden unterschiedlich unterstützt: Schon lange vor den Prüfungen trainiert, coacht und ebnet das Vermittlungscenter (VC) Wege in den Beruf. Im Interview erläutert Bereichsleiterin Rosmarie Hermann, was genau sie und ihr Team machen.

Wie bereitet das VC die Absolvent*innen auf Vorstellungsgespräche vor?

In individuellen Bewerbungstrainings lernen die Teilnehmer*innen, mit welchen Fragen sie rechnen müssen. Durch gezielte Wiederholungen werden sie sicherer, kennen ihre Stärken immer besser. Aussagekräftige und gut gestaltete Bewerbungsunterlagen, ein geeigneter Dresscode und natürlich die Stellenrecherche sind außerdem essenziell.

Da die Bewerbertage im März glücklicherweise noch stattfinden konnten, haben einige Azubis bereits persönliche Kontakte in die lokale Wirtschaft herstellen können. Wie ist der Stand der Dinge?

Bei unseren Bewerbertagen treffen Arbeitgeber aus der Region auf unsere Absolvent*innen und trainieren mit ihnen die Bewerbungssituation. Dabei haben tatsächlich einige Auszubildende eine Einladung zum Zweitgespräch oder direkt ein Jobangebot bekommen. Leider befinden sich aufgrund der Corona-Pandemie viele der Betriebe in Kurzarbeit.

Wie verändert Corona die aktuelle Arbeit des VC?

Wir ermutigen die Teilnehmer*innen, Geduld zu haben und an sich zu glauben. Sie haben eine solide Ausbildung absolviert und können dem Arbeitsmarkt etwas bieten. Normalerweise machen viele Absolvent*innen ein Erprobungspraktikum bei ihrem künftigen Arbeitgeber – das ist derzeit aufgrund der Hygiene- und Abstandsvorschriften kaum möglich. Der Rückgang der Infektionszahlen und weitere Lockerungen machen uns aber zuversichtlich, dass die Betriebe bald wieder einstellen, dann wird es auch für unsere Absolvent*innen weitergehen.

Die meisten Azubis haben in der Heimlernphase neue digitale Kommunikationswege kennengelernt. Können sie von diesen neuen Skills profitieren?

Die Heimlernphase hat uns im bbw einen großen Digitalisierungsschub gegeben: Viele Teilnehmer*innen bewegen sich jetzt sicherer auf Online-Plattformen, wissen besser, wie und wo sie Stellenangebote online finden. Auch können sie souveräner per E-Mail mit potenziellen Arbeitergebern kommunizieren. Allerdings gibt es auch Teilnehmer*innen, denen das technische Know-how und die Hardware fehlen. Diese führen wir – vor allem die Ausbilder*innen in den verschiedenen Fachbereichen – aktuell ans digitale Arbeiten heran. Dass der Freundeskreis des bbw bereits 10 Notebooks für unsere Teilnehmer*innen gekauft hat und Spenden für weitere Anschaffungen sammelt, ist eine tolle Maßnahme, die uns auch im Vermittlungscenter hilft.

Können Sie Ihre Arbeit eigentlich messen?

Sicher, wir erheben mehrfach Daten von allen Absolvent*innen: Bei der letzten Befragung, die wir immer sechs Monate nach den Prüfungen machen, konnten wir eine sehr gute Vermittlungsquote von 70 Prozent erreichen – in manchen Bereichen wie der IT und der Logistik liegen wir deutlich darüber. Auch wenn wir diese guten Zahlen coronabedingt aktuell leider nicht erreichen, sind wir davon überzeugt, dass wir auch unsere jetzigen Absolvent*innen langfristig als gute und motivierte Arbeitskräfte in Arbeit vermitteln werden.

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