News

Wie Unternehmen von Inklusion profitieren

Hoteldirektor Matthias Sieber während seines Vortrags mit Mikro in der Hand.

Veranstaltung im bbw zeigte erfolgreiche Beispiele

Anfangs wunderten sich die Hotelgäste: Warum reagiert das Zimmermädchen nicht, wenn man es anspricht? Inzwischen sind die fünf gehörlosen Mitarbeiter/-innen des IntercityHotels Nürnberg gewinnbringend integriert und die Offenheit ist groß, berichtete Direktor Matthias Sieber. Er war einer der Referenten der bbw-Veranstaltung „Wie Unternehmen von Inklusion profitieren“, die Beispiele gelebter Vielfalt präsentierte. Rund 100 Gäste diskutierten mit.

Das bbw Südhessen lud in Kooperation mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) Hessen zum Austausch nach Karben ein. Die Veranstaltung präsentierte nicht nur gelungene Beispiele von Inklusion im Arbeitsleben, sondern klärte auch über Fördermöglichkeiten auf und vermittelte pragmatische Lösungen. Die „neue akademie für berufliche Bildung“ des bbw informierte zudem über Weiterbildungsangebote für Unternehmen und soziale Einrichtungen.

„Gelebte Inklusion am Arbeitsplatz bietet allen Beteiligten Vorteile. Wer Vielfalt als Chance sieht, kann einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil entwickeln“, erklärte Malu Schäfer-Salecker vom BVMW Wetterau. Das hat Martin Himmelmann, Inhaber der Bohrma Maschinenbau in Fulda, bereits erkannt: Er beschäftigt 33 Mitarbeiter/-innen, davon fünf mit Schwerbehinderung. Plastisch beschrieb er mit Heike Krönung von der Perspektiva gGmbH, wie die Vorbereitung und Einarbeitung der Mitarbeiter/-innen erfolgt und wie sie passend zu ihren Fähigkeiten eingesetzt werden. Dafür gab es 2016 den Inklusionspreis der Wirtschaft.

Andrea Grode (Fachdienst Autismus bbw) schilderte anschaulich die Begleitung junger Menschen aus dem Autismus-Spektrum in den Arbeitsmarkt. „Das ist ein Lernprozess für alle Beteiligten, der aber sehr gut gelingen kann“, so Grode. Praktische Beispiele zur Integration von Menschen mit Behinderung kamen auch von Reinhard Wagner, Beauftragter des Arbeitgebers für Beschäftigte mit Behinderung bei der Fraport AG und Vorstand des UnternehmensForums.

Organisator Dr. Michael Rupprecht (neue akademie) freute sich über den regen Austausch und das Vernetzen der Gäste. Experten/-innen verschiedener Professionen tauschten sich offen über Chancen und Herausforderungen von Inklusion aus. Und diese Offenheit ist die Voraussetzung dafür, dass Inklusionsprojekte gelingen können.

zurück