Presse

Amphibienrettung am bbw

Kröten wandern zum bbw-Teich

Was haben Teichmolch, Erdkröte, Gras- und Teichfrosch in Karben dieser Tage gemeinsam? Sie wollen in den kleinen Teich auf dem Gelände des Berufsbildungswerks Südhessen (bbw), um dort ihren Laich abzulegen. Ihr Wanderweg führt vom Heitzhoferbach über die Petterweiler Straße auf das bbw-Gelände. Um die Amphibien vor den vorbeifahrenden Autos zu schützen, haben bbw-Auszubildende unter Anleitung vom BUND-Ortsverband Karben-Niddatal nun einen Schutzzaun errichtet. Sie unterstützen die Naturschützer außerdem bei der morgendlichen und abendlichen Kontrolle der Auffangbehälter und tragen die Tiere zum Gewässer. Autofahrer/-innen sollten an der Petterweiler Straße in den nächsten Wochen in den Morgen- und Abendstunden langsam fahren, aus Rücksicht auf die freiwilligen Helfer/-innen und die Amphibien.  

Die Amphibien-Kooperation zwischen BUND-Ortsverband und bbw ist neu, liegt aber auf der Hand: Der BUND besitzt für den Heitzhofbach gegenüber des bbw-Geländes eine Patenschaft, erklärt Mitglied Ulrike Loos. Und das Berufsbildungswerk wird alljährlich Heimat dieser Tiere, die sich mit ihrem Nachwuchs bis zum Ende des Sommers im bbw-Teich tummeln. Auf Anregung von bbw-Mitarbeiterin Andrea Egly starteten beide Institutionen in diesem Jahr die erste gemeinsame Rettungsaktion: Ulrike Loos vom BUND klärte in einer Informationsveranstaltung bbw-Mitarbeiter/-innen und Auszubildende über Arten, Routen, Vermehrung und Schutz von Amphibien auf. Und dann musste es schnell gehen: Der Wetterumschwung gab den Startschuss für die Tierwanderung und der Schutzzaun musste schnell aufgestellt werden.

Am Zaun befinden sich Auffangbehälter, in die die Frösche und Kröten auf ihrem Weg zum Wasser hineinfallen und geschützt vor Greifvögeln auf die Rettung von Menschenhand warten. Ulla Duchardt, Leiterin vom Grünen Bereich im bbw, und ihr Team übernehmen gemeinsam mit Auszubildenden regelmäßig Kontrollschichten am Zaun in den nächsten Wochen. Das bbw integriert die Aktion in das ganzheitliche Ausbildungskonzept: „Wir möchten die Auszubildenden für die Auswirkungen von Eingriffen des Menschen in die Natur sensibilisieren und ihr Verantwortungsbewusstsein stärken – dafür bietet sich die praktische Unterstützung der Amphibienrettung des BUND an“, so Ulla Duchardt und Andrea Egly.

Für Johanna Kirchhof, Blumen- und Zierpflanzenbau-Auszubildende aus dem 1. Lehrjahr, brachte das Projekt in dieser Woche ein kleines Erfolgserlebnis: Sie fand den ersten Grasfrosch im Rettungseimer und setzte ihn am bbw-Teich aus. Sie, als Stadtkind aufgewachsen, findet die Rettungsaktion „super“ und freut sich auf ihre nächste Schicht am Montagmorgen.

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