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Ausbildungsplätze in der Pflege für junge Menschen mit Förderbedarf

Die Pflege-Ausbildung des Berufsbildungswerks Südhessen bietet jungen Menschen mit Förderbedarf auch ohne Hauptschulabschluss die Chance, eine auf ihre Bedürfnisse angepasste Ausbildung in der Altenpflegehilfe zu absolvieren. Eine Verzahnung von Hauswirtschaft und Altenpflege vermittelt ein breites Spektrum an Inhalten und Qualifikationen, so dass die Ausbildung sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bietet.

Die demografische Entwicklung führt zu ei-nem steigenden Bedarf an Betreuungskräften für pflegebedürftige Menschen. Aber schon jetzt bleiben immer mehr Stellen im Gesundheitswesen unbesetzt, weil geeignetes Personal fehlt. Junge Menschen, beispielsweise mit einer Lernbehinderung, hatten lange keine Chance, in Pflegeberufe einzusteigen, weil die schulischen Zugangsvoraussetzungen und das Lerntempo zu hoch waren. „Mit einer verlängerten Ausbildungszeit und begleitenden Unterstützungsangeboten können auch junge Menschen mit Förderbedarf qualifizierte Fachkräfte werden“, so bbw-Ausbildungsleiter Ralf Heiß. „Daher haben wir ein Ausbildungskonzept entwickelt, durch das wir dieser engagierten Nachwuchsgruppe eine Ausbildungsoption in der Pflege eröffnen können – und der Pflegebereich gewinnt hoch motivierte Fachkräfte.“

Mit Unterstützung von Ausbildungspartnern und Förderern wie der JPMorgan Chase Foundation, dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und der Bundesagentur für Arbeit hat das bbw Südhessen das innovative Ausbildungskonzept 2016 im Rajmen eines Modellprojektes entwickelt, in Kooperation mit der staatlich anerkannten Altenpflegeschule Ortenberg des VDAB Schulungszentrums. Im Mittelpunkt der dreijährigen Ausbildung zum / zur „Fachpraktiker/-in Hauswirtschaft mit Zusatzqualifikation Altenpflegehelfer/-in“ steht die Betreuung und Versorgung älterer Menschen. Inhalte sind z.B. hauswirtschaftliche Dienstleistungen wie Herstellen und Anrichten von Speisen oder Raum- und Textilreinigung, grundpflegerische Kenntnisse wie Körperhygiene sowie die Themen Mobilität und Freizeitgestaltung. Die praktische Ausbildung findet in Einrichtungen der stationären Altenpflege statt.

Voraussetzung für die Ausbildung ist, dass der zuständige Leistungsträger wie die Agentur für Arbeit einen Anspruch auf berufliche Teilhabe nach dem Sozialgesetzbuch feststellt. Dann werden die Kosten für die Ausbildung in der Regel bei vorliegender Eignung vollständig übernommen. „Nach erfolgreich bestandenen Prüfungen haben die Absolvent/-innen dann gleich zwei Berufsabschlüsse in der Tasche: Altenpflegehelfer/-in und Fachpraktiker/-in Hauswirtschaft“, erklärt bbw-Projektleiterin Dr. Sabine Tomm. „Und die Nachfrage nach unseren Absolventen in der Pflege ist groß.“

Ansprechpartnerin im bbw: Dr. Sabine Tomm, Tel.: 06039 / 482-631, E-Mail: sabine.tomm@bbw-suedhessen.de

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