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Prävention bei sexualisierter Gewalt

Noch bis 31. Januar läuft die speziell für Jugendliche konzipierte Mitmach-Ausstellung „Echt krass“ im Berufsbildungswerk Südhessen (bbw). Fünf Lernstationen klären auf, regen an, sich mit der eigenen Sexualität und möglichen Grenzverletzungen zu beschäftigen. Ziel ist die Prävention. „In jeder Klasse sitzen ein bis zwei betroffene Schülerinnen und Schüler, deshalb müssen wir sehr vorsichtig mit dem Thema sexualisierter Gewalt umgehen“, mahnte Mark Melcher vom Paritätischen Bildungswerk Bundesverband Frankfurt in seinem Eröffnungsvortrag.

Heike Englisch, Leiterin der Fachstelle für sexualisierte Gewalt im bbw Südhessen und Claudia Taphorn vom Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises organisierten die Ausstellung. Die digitalen Lebenswelten, vor allem Social Media, haben die Möglichkeiten verbale und visuelle Attacken zu erhalten und zu senden drastisch erhöht. Englisch stellt fest, dass viele Betroffene über ihr Smartphone belästigt und beleidigt werden. „Manchmal sind diese ratlos und ich bin froh, dass ich durch viele Kontakte zu unterschiedlichen Beratungsstellen im Wetteraukreis und auch zur Polizei weiterhelfen kann.“ Taphorn und Englisch freuen sich über die enorme Nachfrage der Schulen, die eingeladen wurden, sich zu einem geführten Besuch von „Echt krass“ anzumelden: „Alle Termine für Schulklassen sind ausgebucht. Wir werden am Ende der zehn Tage, die die Ausstellung läuft, ca. 800 Jugendliche informieren, aufklären und sensibilisieren über die eigene Sexualität und mögliche Grenzverletzungen.“

„Echt krass“ spricht alle Jugendlichen ab der achten Klasse an, junge Frauen und Männer gleichermaßen. Die knapp 20 Infoseiten der fünf Stellwände sind ein „interaktiver Präventionsparcours für Schule und Jugendhilfe“. So steht es auf dem Flyer des Petze-Institutes aus Kiel, das diese und fünf weitere Ausstellungen zum Thema sexualisierte Gewalt für unterschiedliche jugendliche Zielgruppen konzipiert hat und diese an öffentliche Institutionen vermietet. Von Pädagog*innen begleitet, setzen sich die Jugendlichen während des 90-minütigen Ausstellungsbesuchs unter anderem mit den Themen „sexistische Werbung“, „Pornografie“, „sexuelle Anmache“, „persönliche Grenzen“, „Gruppendruck und Teenagerbeziehungen“ sowie sexuelle Gewalt auseinander.

Die Ausstellung, die betreuten Führungen und der Vortrag werden vom bbw, dem „Fachdienst Frauen und Chancengleichheit“ des Wetteraukreises und dem „Netzwerk gegen Gewalt“ der Polizei Mittelhessen in Zusammenarbeit mit „Wildwasser Wetterau Verein gegen sexuelle Gewalt“, dem Jugendkoordinator der Polizei Wetterau, dem Frauennotruf Wetterau, den „Frauen helfen Frauen Wetterau“ und pro familia Friedberg durchgeführt.

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