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Respekt gegenüber den Anderen

„Azubi Influencer*in“ im bbw qualifiziert für Diversität

Diversität bedeutet Vielfalt. Vielfalt verstehen, leben und kommunizieren – das sind die Ziele des Projekts „Azubi Influencer*in“ im Berufsbildungswerk Südhessen (bbw), das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Es qualifiziert bbw-Auszubildende und auch Mitarbeiter*innen für den bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Diversitäts-Dimensionen wie z.B. Alter, Herkunft, Religion, Geschlecht oder sexuelle Orientierung – im realen Miteinander und in den sozialen Netzwerken.

„Unsere moderne Lebenswelt wird immer offener und heterogener. Das bringt uns Freiheit, erfordert aber auch Kenntnis und Toleranz, um gut miteinander leben und arbeiten zu können“, so bbw-Abteilungsleiterin Carmen Bergmann. Eigens für „Azubi Influencer*in“ entwickelte das bbw unter der Projektleitung von Mitarbeiter Gianluca Iannelli ein Schulungs- und Qualifizierungskonzept. Es besteht aus drei Modulen, die aufeinander aufbauen: Das erste steht im Zeichen des „Lernens“. Erst, wer sich und seine Bedürfnisse kennt, kann sich anderen öffnen und Empathie entwickeln. Das zweite Modul ist mit dem Begriff „Leben“ überschrieben. Hier geht es um Stärkung des Selbstbewusstseins und die Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls.

Seit Anfang Dezember steht das dritte und letzte Modul „Kommunizieren“ auf dem Programm. Die Teilnehmer*innen produzieren einen eigenen Podcast, indem sie das Projekt „Azubi Influencer*in“ vorstellen und erläutern. Im Januar 2020 werden die Azubi Influencer*innen die pädagogisch aufbereitete Präventionsausstellung „Echt krass“ zum Thema sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen betreuen und im März an einer Grafitti-Aktion im bbw teilnehmen.

„In allen Projektphasen geht es darum, durch niedrigschwellige Angebote alle Azubi Influencer*innen zum Nachdenken und Mitmachen anzuregen“, erläutert Projektleiter Gianluca Iannelli. Er setzt verschiedene Methoden ein: Workshops mit theoretischen und praktischen Elementen, Medienanalysen, Exkursionen oder auch Rollenspiele. Das Konzept erfreut sich großer Nachfrage – „Die Teilnehmer*innen tragen Verantwortung, ihr soziales Umfeld für Vielfalt zu sensibilisieren und sollen dabei auch, den Einfluss und Vorbildcharakter von Social Media Influencer*innen kritisch hinterfragen“, beschreibt Iannelli den Anspruch des Projektes.

Rund 70 Jugendliche haben bereits die ersten beiden Module durchlaufen und ihren ganz eigenen Zugang zum Thema Vielfalt entdeckt und weiterentwickelt. Wenn die Teilnehmer*innen nun mit Anderen kommunizieren und sie sensibilisieren, werden sie selbst zu „Influencer*innen – und die Botschaften des Projekts können größere Wirkung erzielen. Die Kommunikation geschieht von Angesicht zu Angesicht – im bbw und im Austausch mit externen Kooperationspartnern.

Das Projekt „Azubi Influencer*in“ ist im Juli 2019 gestartet und geht mindestens bis März 2020. „Da es sehr erfolgreich läuft und bereits viele positive Effekte bringt, haben wir eine Fortsetzung der Förderung beantragt“, so Carmen Bergmann. Gefördert wird „Azubi-Influencer*in“ vom DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. als Projektträger für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Das Modellprojekt ist Teil des Programms der Bundesregierung „Förderung sozialer Kompetenzen in der dualen Ausbildung“. Ziele sind Demokratieförderung und Extremismusprävention.

Informationen zum Projekt erteilt Gianluca Iannelli unter Tel.: 06039 / 482658.

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