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Viele Küchen – eine Tafel

Zuflucht suchen – Zuflucht sein: Flüchtlinge, bbw-Azubis und Menschen aus der Wetterau lernen sich kennen

Zusammen essen, sich kennen lernen und miteinander aktiv werden – darum geht es bei der Veranstaltung im bbw Südhessen. Im Mittelpunkt steht eine große Tafel mit selbstgekochten kulinarischen Spezialitäten aus verschiedenen Ländern, die von allen Beteiligten beigesteuert werden. Mitmachaktionen zum Thema Flucht begleiten die Tafel und laden dazu ein, miteinander in Kontakt zu kommen.

Wie kann ein Miteinander verschiedener Kulturen funktionieren? Welche Vorurteile müssen überwunden werden? Was können wir dafür tun? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Veranstaltung im Berufsbildungswerk Südhessen. „In der unübersichtlichen Debatte um Flüchtlinge stellen sich besonders bei Jugendlichen, also auch bei unseren Azubis, diffuse Ängste ein, mit denen wir uns auseinandersetzen wollen und müssen“, erklärt bbw-Psychologin Christina Klöppel. „Hinter dem Unbehagen steht oft als Frage: Nehmen uns die Flüchtlinge etwas weg? Haben wir wirklich genug, um zu teilen?“

Das bbw Südhessen reagiert auf diese Frage anlässlich der Interkulturellen Wochen mit einer „Mitbring-Party“ gemäß dem Prinzip der großen Tafeln, wie sie bereits in vielen Städten gefeiert wird. Alle sind eingeladen, bringen etwas zu Essen – möglichst international  - mit und dann wird: Geteilt und gefeiert! „Spielerisch wird hier Zusammenleben erfahren“, erklärt Freizeitpädagogin Heike Englisch, „Und es wird schnell klar: Wenn alle etwas mitbringen, ist genug da, um zu teilen.“

Begleitet wird die Veranstaltungen von vielen Mitmach-Aktionen wie dem „Kennenlern-Bingo“ oder dem „Dreieck der Gemeinsamkeiten“, die Impulse setzen, sich mit der Thematik kultureller Identität zu beschäftigen. Die Fotoaktion „Be the Botschafter“ in Kooperation mit dem Galluszentrum Frankfurt inszeniert Statements zum Thema „Was bedeutet Zuflucht für mich“. Die Plakat-Station „Was nehme ich mit?“ eröffnet allen Teilnehmenden die Möglichkeit sich mit der Frage zu beschäftigen, was man bei einer Flucht tragen könnte oder zurücklassen muss. Anhand des Märchens „Die Bremer Stadtmusikanten“ setzt sich der Theaterworkshop „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“ unter Leitung der Theaterpädagogin Anne Porst ebenfalls mit dem Thema „Flucht“ auseinander. Und wie man sich auch ohne gemeinsame Sprache verständigen kann, wird beim Spiel „Wir verstehen uns!“ ausprobiert.

Das Berufsbildungswerk Südhessen trägt seit über 30 Jahren durch qualifizierte Ausbildung und individuelle Förderung erfolgreich zur beruflichen und sozialen Integration junger Menschen mit Förderbedarf bei. Seit 2015 gehören auch Jugendhilfeleistungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und seit 2016 Berufsorientierungsprojekte für geflüchtete Menschen („OQI“ und „Wirtschaft integriert“) zum Angebotsspektrum.

bbw-Ansprechpartnerin Interkulturelle Veranstaltung
Christina Klöppel (Casemanagerin / Diplom-Psychologin), Telefon: 06039 / 482 620

 

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