Berufsbildungswerk Südhessen

Inklusive Ansätze im bbw Südhessen

Eine Graphik mit Kreisen und bunten Punkten verdeutlicht die graduelle Abstufung von „Exklusion“ über „Separation“ hin zu „Integration“ und schließlich „Inklusion“.

Mit dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 und ihrer anschließenden Ratifizierung erfolgte in Deutschland (sowie weltweit in über 140 weiteren Staaten) ein Schritt hin in Richtung einer Gesellschaft, die frei von Ausgrenzung sein soll und in der Vielfalt als Wert geschätzt wird.

Mit dem Leitmotiv der „Inklusion“ – also der Anpassung des Systems an die Fähigkeiten und Bedürfnisse des einzelnen Menschen – ist ein grundlegender Wechsel eingetreten. So versteht sich die Forderung nach Teilhabe nicht mehr im Sinne von Integration und Anpassung des Einzelnen, sondern zielt darauf, eine inklusive Gesellschaft zu schaffen, die den individuellen Anforderungen aller Menschen gerecht wird. Das gilt natürlich auch für die Ausbildung und Beschäftigung junger Menschen mit Behinderung.

Wege in eine inklusive Arbeitswelt

Wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wie der Weg in eine inklusive Arbeitswelt aussehen kann und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen. Dabei überprüfen wir beständig unsere eigenen Angebote und Leistungen sowie die Haltung, in der die Leistungserbringung erfolgt. Wir überlegen, wie die Ausbildung der bbw-Teilnehmer/-innen noch konsequenter arbeitsmarktorientiert ausgerichtet und mit externen Wirtschaftsbetrieben vernetzt werden kann.

Dabei setzen wir uns mit der Frage auseinander, wie unsere eigene Unternehmenskultur und unsere Strukturen aussehen müssen, damit sie diesem Selbstverständnis entsprechen. Für das bbw Südhessen als Unternehmen und seine MitarbeiterInnen bedeutet diese Entwicklung, sich immer wieder neuen und veränderten An- und Herausforderungen zu stellen.

AG Aktionsplan

Seit Sommer 2014 hat sich das bbw mit der Arbeitsgruppe „AG Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK im Berufsbildungswerk Südhessen“ auf den Weg gemacht, die Paradigmen und Vorgaben der UN-BRK für das eigene Haus und den Arbeitsalltag in einem Aktionsplan strukturiert zu erarbeiten. Die Umsetzung der Handlungsfelder wird Auswirkungen auf das Unternehmensleitbild haben. Die Arbeitsgruppe besteht aus einem Moderator/-innenteam, Vertreter/-innen aller Bereiche (Ausbildung, Berufsschule, pädagogische Begleitung und Verwaltung) und den Teilnehmer/-innen des bbw.

Die folgenden Handlungsfelder sind definiert:

  • Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Barrierefreiheit
  • Partizipation
  • Individualität und Vielfalt

Konkret bedeutet das beispielsweise ein bewusster Umgang mit Sprache, bauliche Barrierefreiheit und barrierefreie Kommunikation oder die Mitbestimmung der Teilnehmer/-innen. Bei der weiteren Ausarbeitung der Handlungsfelder werden externe Expert/-innen einbezogen.

Aus der bbw Unternehmensphilosophie:

„Die UN Konvention und das sich daraus ergebende Ziel Inklusion ist für unser Unternehmen eine permanente Herausforderung und Verpflichtung nach innen. Zugleich ist es aber auch die Erwartung an Politik, Auftraggeber, Wirtschaft und Gesellschaft, die Voraussetzungen dafür zu schaffen.“

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