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„Hier haben Leute an mich geglaubt.“

Interview mit Azubi Suleiman Nabizada und Freizeitpädagoge Matthias Kliebisch

Azubi Suleiman Nabizada und Freizeitpädagoge Matthias Kliebisch stehen an einem Fußballtor und lächeln in die Kamera.

Im bbw geht’s nicht nur um Ausbildung und das Erlernen von Fachwissen. Zum individuellen Förderkonzept für jeden jungen Erwachsenen gehört auch eine Gestaltung der Freizeit, die positiv zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt. Der Freizeitbereich im bbw (FZB) bietet die Chance, in Sportarten oder Kunstformen hineinzuschnuppern oder in offenen Angeboten Leute zu treffen. Im Interview erzählen zwei Experten, was die Freizeitpädagogik im bbw bringt.

Herr Kliebisch, Sie arbeiten als einer von drei Freizeitpädagogen und -pädagoginnen im bbw – warum ist aus Ihrer Sicht ein freizeitpädagogisches Angebot sinnvoll?

MK:     Eine Freizeitgestaltung, die Spaß macht und positive Gemeinschaftserlebnisse bringt, ist wichtig. Als Ausgleich zur Ausbildung, zur Stärkung des Selbstwertgefühls und allgemein zur Persönlichkeitsentwicklung. Deshalb gehört die Freizeitpädagogik bei uns zum ganzheitlichen Förderkonzept. Viele der Jugendlichen bei uns wissen aber gar nicht, was ihnen gefallen könnte. Und die Hürde, sich alleine in einen Sportverein zu wagen, ist hoch – das kriegt nicht jeder hin. Indem wir vor Ort ein Angebot schaffen oder inklusive Kooperationen außerhalb des bbw begleiten, fällt es vielen Azubis leichter einzusteigen. Und dann versuchen wir, bei jedem die Stärken zu finden und zu fördern.

Herr Nabizada, Sie sind jetzt im dritten Lehrjahr als Fachlagerist. Was hat Ihnen persönlich der Freizeitbereich im bbw gebracht?

SN:       Vor vier Jahren, zu Beginn der Berufsvorbereitenden Maßnahme, war ich ein dünner Spargel und habe mich nicht viel getraut. Ich habe dann gleich angefangen, im bbw-Fitnessstudio zu trainieren. Irgendwann haben die anderen mich gefragt, wenn sie etwas im Studio nicht wussten, und ich konnte unterstützen, motivieren. Außerdem spiele ich in der Fußball-AG mit und bin Mannschaftsführer. Ich trage Verantwortung. Bei den bbw-Fußballmeisterschaften sind wir viel rumgekommen: Berlin, Stuttgart, Dortmund. Da sind Freundschaften entstanden. Und das FZB-Team ist toll, hier sind Leute, die an mich glauben. Ich hab so viel erlebt, das war das Beste hier für mich.

Welche Angebote gibt es 2018?

MK:     Wir haben rund 20 kontinuierliche AGs im bbw oder bei externen Partnern, wie z. B. dem Karbener Turnverein, und zeitlich befristete Projekte. Da ist viel dabei: von Cosplay über Wasserski bis Poetry Slam. Etwas Besonderes wird bestimmt auch der Moderationsworkshop mit dem Profi-Moderator Oli Becker. Beim Herbstmarkt im September zeigen die Azubis dann gleich, was sie gelernt haben. Vor echtem Publikum.

Wer entscheidet eigentlich, was angeboten wird?

SN:       Unsere Teilnehmer/-innen-Vertretung nimmt Ideen der Azubis auf und bespricht sie mit dem Team Freizeitpädagogik oder auch mit der bbw-Geschäftsleitung. Ich fand zum Beispiel, dass wir zu wenige Geräte in unserem Fitnessstudio hatten, und habe das gesagt. Und dann haben wir wirklich fünf neue Geräte gekriegt.

MK:     Wir sind in ständigem Dialog mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Interessen sind natürlich verschieden, aber wir versuchen, vieles aufzunehmen.

2018 wird der Freizeitbereich modernisiert. Worauf können sich die Azubis freuen?

MK:     Der 80er-Jahre-Look verschwindet und alles wird heller, freundlicher, luftiger. Wir können unsere Räume dann multifunktional nutzen, das schafft Flexibilität. Toll wird bestimmt das Lesecafé, in dem man mit Leuten quatschen, lesen und was trinken kann.

SN:       Ich verlasse das bbw ja nach meiner Ausbildung im Sommer. Schade, dass ich das dann nicht mehr erlebe. Ich schaue aber bestimmt noch mal vorbei, ich werde die Leute hier vermissen. Und andererseits: Ich fühle mich bereit für das, was kommt.

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