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Sonderpädagogik - für Menschen mit besonderem Förderbedarf

Sonderpädagogik – was ist das genau?

In der Sonderpädagogik beschäftigen sich speziell ausgebildete Pädagog*innen mit jungen Menschen, die individuelle Hilfestellungen für eine schulische oder berufliche Eingliederung benötigen. Durch eine sonderpädagogische Betreuung soll Menschen mit besonderem Förderbedarf die gesellschaftliche Teilhabe und eine selbstständige Lebensgestaltung ermöglicht werden.

Fachlich betrachtet ist die Sonderpädagogik eine Wissenschaft, die an Universitäten oder Hochschulen studiert werden kann. Ziel ist es, junge Menschen mit Behinderung oder anderen Beeinträchtigungen schulisch, aber auch außerschulisch dahingehend zu fördern, dass sie einmal in der Lage sind, ein selbstbestimmtes selbständiges Leben zu führen und ihren Platz in der Gesellschaft und im Arbeitsleben zu finden, ohne ausgegrenzt zu sein. Ziel ist Inklusion.

Was ist ein sonderpädagogischer Förderbedarf?

Sonderpädagogischer Förderbedarf besteht bei Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigung oder Behinderung. Mit dem sonderpädagogischen Gutachten wird festgestellt, ob bei einem Kind ein Förderbedarf besteht. Das Kind wird in verschiedenen Situationen beobachtet, untersucht und befragt. Es werden auch Gespräche mit den Eltern geführt. Dieses Gutachten kann von den Eltern bei der Schulaufsichtsbehörde beantragt werden.

Der Förderbedarf wird dann wie folgt unterschieden:

  • Förderschwerpunkt Lernen
  • Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
  • Förderschwerpunkt Sprachheilförderung
  • Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
  • Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung
  • Förderschwerpunkt Sehen
  • Förderschwerpunkt Hören

Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung können – je nachdem, welche Voraussetzungen sie mitbringen – entweder an einer allgemeinen Schule mit besonderer Betreuung oder an einer Förderschule unterrichtet werden.

In Deutschland haben rund eine halbe Millionen Kinder und Jugendliche einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf.

Womit beschäftigt sich die Sonderpädagogik bzw. Sonderpädagogen?

In der Sonderpädagogik geht es nicht um reine Wissensvermittlung. Von besonderer Wichtigkeit ist hier die Unterstützung der Menschen mit Förderbedarf. Individuelle Angebote helfen Menschen, die weder sehen oder hören können, eine Sprach- oder Lernbehinderung haben oder sonstige Beeinträchtigungen oder Verhaltensstörungen aufweisen. Gefragt ist Sensibilität und Einfühlungsvermögen. Auch die Beratung von Betroffenen und Angehörigen fällt in den Aufgabenbereich der Sonderpädagogen und Sonderpädagoginnen.

Mögliche Arbeitgeber von Sonderpädagog*innen können allgemeinbildende Schulen, Förderschulen, Kindertagesstätten, Heime und weitere Bildungseinrichtungen wie z. B. das bbw Südhessen sein. Hier arbeiten sie in multiprofessionellen Teams zusammen mit anderen pädagogischen, psychologischen Fachkräften.

Mit Hilfe der Sonderpädagogik können Förderschüler*innen ihr Potential entfalten und damit später einmal eigenverantwortlich am gesellschaftlichen Leben teilhaben.